ADHS bei Erwachsenen

Diagnostik und Behandlung in der Privatambulanz Falkenried in Hamburg

Wenn der Kopf nie stillsteht

Sie wissen, was zu tun ist. Sie wollen es auch. Und trotzdem liegt der Brief seit drei Wochen auf dem Tisch, im Kopf laufen fünf Gespräche gleichzeitig, und der Tag ist vorbei, ohne dass Sie wissen, wohin er verschwunden ist.
Wenn Sie sich schon lange so erleben, sind Sie nicht faul, nicht unzuverlässig und nicht „zu chaotisch“. Vielleicht arbeitet Ihr Gehirn einfach anders, als es Schule, Beruf und Alltag erwarten. ADHS wird bei Erwachsenen oft erst spät erkannt, manchmal erst nach einem Burnout oder einer Depression. Bei uns bekommen Sie eine sorgfältige Diagnostik, ein Gegenüber, das Sie ernst nimmt, und eine Behandlung, die zu Ihrem Leben passt.

Erkennen Sie sich wieder?

Typische Anzeichen von ADHS bei Erwachsenen

  • Pflichtaufgaben schieben Sie auf, bis der Druck groß genug ist. Was Sie fesselt, lässt Sie dagegen die Zeit vergessen.
  • Sie fangen vieles an und bringen weniger zu Ende, als Sie möchten.
  • Schlüssel, Handy und Termine verschwinden, obwohl Sie sich Mühe geben.
  • Bei Gesprächen, Filmen oder Besprechungen wandern Ihre Gedanken ab.
  • Innerlich sind Sie unruhig, auch wenn Sie äußerlich still sitzen.
  • Gefühle und Worte sind schnell da: Sie reagieren heftig oder sagen Dinge, die Sie hinterher bereuen.

ADHS-Symptome bei Erwachsenen

So zeigt es sich im Alltag

  • Der Alltag kostet Sie mehr Kraft als andere: Sie arbeiten doppelt, an der Aufgabe und daran, sich mit Listen, Weckern und Kontrolle überhaupt zu organisieren.
  • Abends kommt Ihr Kopf nicht zur Ruhe, morgens kommen Sie schwer in Gang.
  • Ihr Zeitgefühl trügt: Sie schätzen Dauer falsch und kommen zu spät oder in Hektik.
  • In Beziehungen fühlen sich andere nicht gehört, und Streit dreht sich um Zusagen, Haushalt oder Vergessenes.
  • Im Beruf sind Sie stark in Krisen und bei neuen Ideen, aber Routine und Fristen zehren an Ihnen.
  • Post, Formulare und Rechnungen bleiben liegen, und das Schuldgefühl wächst mit jedem Tag.
  • Sätze wie „Du könntest, wenn du nur wolltest“ begleiten Sie seit der Schulzeit.

Warum ADHS entsteht

Ursachen und Einflüsse

ADHS ist eine Besonderheit darin, wie das Gehirn Aufmerksamkeit, Antrieb und Impulse steuert. Beteiligt sind vor allem Botenstoffe wie Dopamin und Noradrenalin und Netzwerke, die für Planung, Ausdauer und Selbststeuerung zuständig sind. ADHS ist stark erblich. Erziehung, Ehrgeiz oder Willenskraft sind nicht die Ursache.

Stress, Schlafmangel und Begleiterkrankungen wie Depression oder Angst können die Beschwerden verstärken. Und weil die Anzeichen meist in der Kindheit begannen, gehören sie zu Ihrer Geschichte, auch wenn man sie damals anders nannte: „verträumt“, „zappelig“, „begabt, aber faul“.

ADHS: Was viele nicht wissen

01

ADHS wächst sich nicht immer aus, und Frauen werden oft übersehen

Bei vielen bleiben die Beschwerden im Erwachsenenalter bestehen. Die Hyperaktivität wird dann eher zu innerer Unruhe. Besonders Frauen werden häufig spät erkannt: Sie sind öfter verträumt als zappelig, passen sich an und gleichen sehr viel aus, bis die Kraft nicht mehr reicht. Nicht selten kommt die Diagnose erst nach einem Burnout, einer Depression oder wenn das eigene Kind diagnostiziert wird.

02

Es geht nicht um zu wenig Aufmerksamkeit, sondern um ihre Steuerung

Viele Menschen mit ADHS können sich stundenlang in etwas vertiefen, das sie fesselt, und scheitern an der Steuererklärung. Das ist kein Widerspruch. Das Gehirn folgt eher Interesse, Neuheit und Dringlichkeit als dem Vorsatz. Deshalb hilft „Reiß dich zusammen" so wenig. Und deshalb helfen andere Strategien so viel.

03

Hinter Erschöpfung, Angst und Depression steckt manchmal ADHS

Wer jahrelang gegen die eigene Natur arbeitet, zahlt mit Kraft. Bei manchen Menschen zeigt sich ADHS erst, wenn Burnout, Depression oder Angst behandelt werden und darunter dieselben Muster bleiben. Deshalb achten wir in der Diagnostik auch auf diesen Zusammenhang.

Was ist ADHS bei Erwachsenen?

Was es wirklich bedeuetet

ADHS ist keine Charakterschwäche, keine Modeerscheinung und keine Frage der Intelligenz. Es ist eine gut untersuchte neurobiologische Besonderheit, die sich auf Aufmerksamkeit, Antrieb, Impulse und Gefühle auswirkt.

Für viele Erwachsene ist die Diagnose vor allem eine Erleichterung: Endlich hat das jahrelange Kämpfen einen Namen. Manche spüren auch Trauer um die Jahre, in denen sie sich für „falsch“ gehalten haben. Beides darf Platz haben. Danach können Sie aufhören, gegen sich zu arbeiten, und anfangen, mit sich zu arbeiten.

Denn ein Gehirn, das Interesse und Bedeutung folgt statt Routine, bringt oft auch besondere Stärken mit: Begeisterungsfähigkeit, Kreativität, ungewöhnliche Lösungswege, Energie und Ruhe in Krisen. Sie ersetzen keine Behandlung, aber sie gehören zu Ihnen. Wir helfen Ihnen, beides zu sehen und Ihr Potenzial zu leben.

ADHS-Diagnostik und Behandlung in Hamburg

Was wir für Sie tun können

Wir beginnen mit einer sorgfältigen Diagnostik. Dazu gehören ein ausführliches Gespräch, standardisierte Fragebögen, ein Blick auf Ihre Kindheit und, wenn möglich, die Sicht von Menschen, die Sie gut kennen. Wir prüfen auch, ob etwas anderes ähnliche Beschwerden verursacht oder begleitet, etwa Depression, Angst, Schlafstörungen, Traumafolgen oder körperliche Ursachen. Online-Tests können Hinweise geben, ersetzen aber keine Diagnostik.

Wenn sich die Diagnose bestätigt, entwickeln wir gemeinsam eine Behandlung mit mehreren Bausteinen: Aufklärung darüber, wie Ihr Gehirn arbeitet, Psychotherapie und Strategien für Alltag, Beruf und Beziehungen, Arbeit an Gefühlen und Selbstwert und, wenn sinnvoll, Beratung zu einer medikamentösen Behandlung. Begleiterkrankungen behandeln wir mit.

Wie Therapie bei ADHS hilft

Ihr Weg in sechs Schritten

1

Verstehen

Diagnostik • Kindheit • Ihre Geschichte

Was ist ADHS, und was davon erkennen Sie bei sich wieder? Wie hat es Ihr Leben geprägt?

2

Sortieren

Stärken • Hürden • Begleiterkrankungen

Was läuft gut, wo klemmt es, und was kommt zusätzlich dazu?

3

Entlasten

Scham • Selbstkritik • Schuld

Jahre der Selbstvorwürfe neu einordnen. Sie waren nicht faul, Sie haben gegen Wind gerudert.

4

Bewältigen & Verändern

Strategien • Struktur • Gefühle

Werkzeuge für Alltag, Beruf und Beziehungen, die zu Ihrem Gehirn passen, statt Standardtipps, die nie funktioniert haben. Wenn sinnvoll, mit medikamentöser Unterstützung.

5

Aufbauen

Routinen • Beziehungen • Selbstwert

Gewohnheiten, die tragen. Beziehungen, in denen Sie verstanden werden. Ein Selbstbild, das nicht mehr aus Vorwürfen besteht.

6

Ankommen

Ein Alltag, der zu Ihnen passt

Weniger Kraftverlust, mehr Ruhe im Kopf und ein Leben, das Ihre Art zu denken einbezieht.

Ihr Weg mit ADHS

Verlauf und Chancen bei ADHS

Ihr Gehirn wird immer ein bisschen anders funktionieren, aber gerade bei ADHS verstecken sich viele Gaben und Talente dahinter. In der Therapie lernen Sie durch Regulation und einfache Tricks, Achtsamkeit und bewusste Lebensführung, das Leiden zu reduzieren. Viele Erwachsene erleben mit Diagnose und Behandlung, dass sich vieles ordnet: mehr Ruhe im Kopf, weniger Streit, ein Alltag, der weniger Kraft frisst. Manches bleibt anstrengend, und das ist in Ordnung.

Aber Sie müssen es nicht mehr allein und nicht mehr gegen sich selbst stemmen.

Häufige Fragen zu ADHS bei Erwachsenen

Ja. Festgestellt wird sie oft erst spät, die Anzeichen bestanden aber schon in der Kindheit. Deshalb fragen wir in der Diagnostik ausführlich nach Ihrem Weg von der Schulzeit bis heute.

Sie besteht aus einem ausführlichen Gespräch, Fragebögen, Fragen zu Ihrer Kindheit und, wenn möglich, der Sicht von Angehörigen oder Freunden. Wir prüfen außerdem, ob andere Ursachen infrage kommen. Meist sind dafür mehrere Termine nötig.

Ein Test im Internet kann ein erster Hinweis sein. Eine Diagnose ersetzt er nicht, weil viele Beschwerden auch andere Ursachen haben können.

Nicht zwingend. Die Behandlung besteht meist aus mehreren Bausteinen. Ob Medikamente für Sie sinnvoll sind, besprechen wir gemeinsam, mit Blick auf Nutzen, Verträglichkeit und Ihre Wünsche.

Ja, ADHS gehört zu den stark erblichen psychischen Besonderheiten. Manche Menschen erkennen sich erst durch die Diagnose ihres Kindes wieder.

Sie können sich überschneiden und auch gemeinsam auftreten. Entscheidend ist, was schon lange besteht und was neu dazugekommen ist. Das klären wir im Erstgespräch.

Nach Ihrer Kontaktaufnahme melden wir uns zeitnah bei Ihnen und vereinbaren gemeinsam einen ersten Termin.

Kontaktieren Sie uns

Wir helfen Ihnen bei Fragen und Wünschen

Wenn Sie sich schon lange fragen, warum Ihnen manches so viel mehr Kraft kostet als anderen: Melden Sie sich. Wir schauen gemeinsam hin.